Glossar

 

Anlagen-Contracting

Form des Contracting, bei der die Vergütung des Contractors von der erzielten Energieeinsparung unabhängig ist. Im Rahmen der Vertragslaufzeit amortisieren sich in vielen Fällen die getätigten Investitionen, d.h. der Energienutzer bezahlt alle Aufwendungen des Contractors einschließlich eines angemessenen Gewinns.

siehe auch: Contracting

 

 

Atmosphäre

Die Atmosphäre bildet die Gashülle eines Planeten, im Falle der Erde die Lufthülle; sie besteht in der Troposphäre (bis 10 km Höhe) aus 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff, 0,97 Prozent Edelgas sowie 0,03 Prozent Kohlendioxid.

 

Bauökologie

Im Rahmen der Bauökologie werden bei der Planung und Errichtung von Gebäuden ökologische Aspekte besonders berücksichtigt, wie z. B. die Verwendung naturnaher Wärmedämmstoffe sowie sortenreiner Baustoffe zur besseren Wiederverwertbarkeit (Wärmedämmung).

siehe auch: Wärmedämmung

 

 

Biogas

Biogas gehört zu den erneuerbaren Energieträgern. Es entsteht beim bakteriellen Abbau von organischem Material (z. B. Pflanzen(resten) sowie tierischen Exkrementen und Abfällen insbesondere aus der Landwirtschaft) unter Licht- und Luftabschluss in einem Faulbehälter und enthält im wesentlichen Methan (CH4). Neben dem brennbaren Gas, das zur Energieerzeugung eingesetzt werden kann, entsteht hochwertiger Dünger.

siehe auch: erneuerbare Energieträger

 

 

Biomasse

Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen oder Tiere anfallende/erzeugte organische Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zu energetischen Zwecken - also zur Strom-, Wärme- und Treibstofferzeugung - ist zwischen nachwachsenden Rohstoffen oder Energiepflanzen und organischem Abfall zu unterscheiden. Nachwachsende Rohstoffe sind:
• schnell wachsende Baumarten und spezielle einjährige Energiepflanzen mit hohem Trockenmasse-Ertrag zum Einsatz als Brennstoff;
• zucker- und stärkehaltige Ackerfrüchte für die Umwandlung in Äthanol sowie Ölfrüchte für die Gewinnung von Bioölen bzw. Biodiesel (Rapsölmethylester) und deren Einsatz als Schmierstoff bzw. als Treibstoff.
• Organische Reststoffe fallen bei der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und in Haushalten an. Dazu zählen

Organische Rest- und Abfallstoffe bilden das Grundmaterial für die Erzeugung von Biogas.

siehe auch: Biogas

 

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Blockheizkraftwerke sind Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten: Diesel- oder Gasmotoren treiben Generatoren an und erzeugen Strom; gleichzeitig wird die Abwärme der Motoren über Wärmetauscher nutzbar gemacht. Auch Brennstoffzellen können als BHKW eingesetzt werden, wobei sie im Vergleich einen höheren Stromanteil erreichen (hohe Stromkennziffer). Da in einem Prozess Strom und Wärme produziert werden, ist der Gesamt-Wirkungsgrad solcher Anlagen entsprechend hoch. Dort, wo über das ganze Jahr ein gleichbleibender Wärmebedarf besteht (wie beispielsweise in Schwimmbädern und Krankenhäusern), kann das BHKW eine lohnende Investition sein - dabei beträgt die Energieausnutzung dann je nach Temperaturniveau bis etwa 85 Prozent.

siehe auch: Kraft-Wärme-Kopplung, Wirkungsgrad

 

Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ist ein Aggregat, in dem - mit hohem Wirkungsgrad und daher geringerem CO2 -Ausstoß sowie fast ohne Schadstoffe - aus chemischer Energie (in Form von Erdgas, Methanol, Benzin usw.) Strom und Wärme erzeugt wird. Die direkte Umwandlung in elektrische Energie und Wärme erfolgt dabei in einer kontrollierten Reaktion ("kalte Verbrennung") von Wasserstoff (teilweise auch von CO) und Sauerstoff; als Endprodukt entsteht im wesentlichen Wasserdampf, der nicht zum Treibhauseffekt beiträgt. Allerdings wird bei der notwendigen Umwandlung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe in Wasserstoff (Reformierung) CO2 erzeugt. Es gibt verschieden Typen von Brennstoffzellen, die sich insbesondere in den Materialien und den Temperaturen unterscheiden und für unterschiedliche Einsatzzwecke geeignet sind. Zurzeit werden mehrere erdgasbetriebene Brennstoffzellen u.a. von Energieversorgungsunternehmen getestet, um diese umweltschonende Technik weiter zu entwickeln und Aussagen über die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erhalten. Die Brennstoffzelle für Pkw und Autobusse befindet sich ebenfalls in der Entwicklung. Der Antrieb der Fahrzeuge erfolgt dabei über einen Elektromotor, den die Brennstoffzelle mit Strom versorgt. Mini-Brennstoffzellen werden für den Ersatz von Batterien für Laptops, Camcorder usw. entwickelt. Ein breiter Einsatz von Brennstoffzellen wird insbesondere durch die noch hohen Herstellkosten behindert.

siehe auch: Wirkungsgrad

 

 

Brennwertheizung

Die Brennwertheizung ist eine richtungsweisende Entwicklung in der Heizungstechnik. Während bei größeren Häusern üblicherweise Brennwertkessel installiert werden, genügt bei Ein- bzw. Zweifamilienhäusern der Einbau einer kleineren, an der Wand hängenden Anlage - der so genannten Brennwerttherme. Beide Versionen können zusätzlich nutzbare Wärme abgeben, indem sie den im Abgas befindlichen Wasserdampf kondensieren. Brennwertgeräte übernehmen wie herkömmliche Heizkessel die zentrale Beheizung von Wohnungen sowie die Warmwasserbereitung. Um die im Abgas vorhandene Kondensationswärme nutzen zu können, ist eine niedrige Rücklauftemperatur aus dem Heizungssystem erforderlich. Je niedriger die Rücklauftemperatur ist, desto mehr Wasserdampf kann aus den Verbrennungsgasen freigesetzt werden. Deshalb erreichen Brennwertkessel ihren höchsten Wirkungsgrad in Verbindung mit Niedertemperatur-Heizflächen - wie beispielsweise der Fußbodenheizung - sowie in der Übergangszeit.

 

Contracting

Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein außenstehender Investor - Contractor genannt - übernimmt je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes (z. B. Errichtung eines Blockheizkraftwerkes). Contractinglösungen werden beispielsweise von Heizanlagen-Herstellern, Dienstleistern der Energietechnik, großen Handwerks- und örtlichen Energieversorgungsunternehmen oder auch Energieagenturen angeboten. Contracting ist dabei nicht nur für Unternehmen, private Hausbesitzer und die öffentliche Hand interessant, sondern nützt aufgrund der erzielten Energieeinsparungen auch der Umwelt. In der Praxis haben sich zwei systematische Formen etabliert: Anlagen-Contracting und Einspar- bzw. Performance-Contracting.

siehe auch: Anlagen-Contracting, Einspar- bzw. Performance-Contracting

 

Dampfsperre

Die Dampfsperre verhindert, dass sich hinter einer Innendämmung Tauwasser sammelt; bei einer Dachdämmung erhöht sie gleichzeitig die Winddichtigkeit. Die Dampfsperre wird zwischen Dämmstoff und Innenputz bzw. -verkleidung angebracht. Die Feuchtigkeit der Raumluft kann so nicht mehr das Dämm-Material erreichen. Die Dampfsperre besteht üblicherweise aus Aluminium oder Polyethylen (PE); bei so genannten Innendämmungs-Verbundplatten ist sie meist integriert.

 

Einspeisungsvergütung

siehe auch: Stromeinspeisungsvergütung

 

Emission

Zu den Emissionen zählen sowohl die von einer Anlage, einem Gebäude, einer Fabrik oder einem Verkehrsmittel in die Umwelt abgegebenen gasförmigen, flüssigen und festen Schadstoffe als auch die Abgabe von Wärme, Strahlung, Geräuschen u. ä. Die Einwirkung von Emissionen wird als Immission bezeichnet.

siehe auch: Immission

 

Emissionsgrenzwerte

Emissionsgrenzwerte sind Höchstwerte für die rechtlich zulässige Schadstoffabgabe an die Umwelt.

 

Energie

Energie ist die Fähigkeit oder Möglichkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Gemessen wird Energie in der Einheit Joule (J) als Produkt von Zeit und Leistung. Ein Joule entspricht einer Wattsekunde (Ws).

siehe auch: Joule (J)

Physikalisch unterscheidet man unterschiedliche Arten und Formen (Energieformen):
• mechanische Energie (Bewegungs- oder kinetische Energie, potenziale Energie der Lage)
• Wärmeenergie (thermische Energie)
• chemische Energie
• elektrische Energie
• Strahlungsenergie
• Kernenergie und Fusionsenergie

Streng genommen ist nur ein Teil der Energie nutzbar, der z.B. über der Umgebungstemperatur liegt. Dieser wird als Energie bezeichnet und ist für den Energiemarkt die eigentliche Bezugsgröße. Der Energiewert einer Wärmeeinheit ist umso höher, je höher das Temperaturniveau ist. Der nicht nutzbare Energieanteil wird als Anergie bezeichnet.

siehe auch: Energieformen

Nach der Reihenfolge ihres Einsatzes lässt sich Energie in vier Stufen einteilen:
• Primärenergieträger kommen in der Natur direkt vor, wie Stein- und Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen. In den meisten Fällen muss diese Primärenergie in Kraftwerken, Raffinerien etc. in
• Sekundärenergie umgewandelt werden (Koks, Briketts, Strom, Fernwärme, Heizöl oder Benzin).

Die Energie am Ort des Verbrauchs ist die
• Endenergie, die in
• Nutzenergie umgewandelt wird - in Heiz- und Prozesswärme, Licht sowie mechanische Energie (Energiedienstleistung).

siehe auch: Primärenergieträger, erneuerbare Energiequellen, Sekundärenergie, Nutzenergie


Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV), die am 1. Februar 2002 in Kraft trat,
• fasst die bisherige Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagen-Verordnung (Gebäude, Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung) zusammen;
• erhöht das Anforderungsniveau bei Neubauten gegenüber dem bisherigem Standard um etwa 30 Prozent;
• legt die neuesten europäischen und deutschen technischen Normen zugrunde;
• passt die Anforderungen an Altbauten dem technischen Fortschritt an und
• erhöht des Weiteren durch Ausweitung der Anwendungsbereiche für den Energie- und Wärmebedarfsausweis die Transparenz für Gebäudeeigentümer und Mieter.

 

Energieetikett

Das europaweit gesetzlich vorgeschriebene Energieetikett ist beim Neukauf von Haushaltsgeräten - wie z. B. Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Geschirrspülmaschinen, aber auch bei Haushaltslampen - eine wichtige Entscheidungshilfe. Das Etikett, das an jedem Gerät im Verkaufsraum kleben muss, gibt Auskunft über Sparsamkeit und Leistungsfähigkeit. Die Farbskala reicht von grün (A=ausgesprochen günstiger Energieverbrauch) bis rot (G=Großer Stromräuber) und zeigt auf einen Blick, wie der Energieverbrauch bei dem jeweiligen Fabrikat einzuschätzen ist.


Energieformen

Im Rahmen der Energieversorgung und -anwendung wird zwischen verschiedenen Energieformen unterschieden: Primärenergie, Sekundärenergie, Endenergie, Nutzenergie sowie Energiedienstleistung. Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht vernichtet, sondern nur von einer Energieform in andere Energieformen gebracht werden.

siehe auch: Primärenergie, Sekundärenergie, Nutzenergie

 

Energiepolitik

Energiepolitik ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftspolitik und steht im Dienst der allgemeinen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Ziele. Eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung ist eine Grundvoraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft und die Befriedigung fundamentaler Bedürfnisse der Bürger. Im Hinblick auf die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen spielen für die Energiepolitik Maßnahmen, die auf eine Verminderung der durch Energieerzeugung und -verwendung hervorgerufenen Emissionen abzielen, eine wichtige Rolle.

 

 

Energiereserven

Die in der Erde lagernden Vorräte an fossilen Brennstoffen (Fossile Energieträger), die nachgewiesen, sicher verfügbar und mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbar sind, bezeichnet man als Energiereserven. Gleichbleibenden Energiebedarf und gleichbleibende Nutzung unterstellt, reichen die derzeit bekannten Welt-Energiereserven an konventionellem Erdöl und Erdgas rund 40 bzw. 60 Jahre und bei Kohle circa 160 Jahre.

siehe auch: Fossile Energieträger

 

Energieressourcen

Neben den Energiereserven gibt es nachgewiesene und vermutete Vorräte von Energieträgern (so genannte Energieressourcen), die jedoch derzeit aus technischen und/oder wirtschaftlichen Gründen noch nicht gewinnbar sind.

siehe auch: Energiereserven

 

Energiespar-Contracting (auch Performance-Contracting)

Eine Form des Contracting, bei der die eingesparten Energiekosten Grundlage für die Finanzierung der Investitionen des Contractors sind. Besonders geeignet für energieintensive Unternehmen und Betriebe, aber auch im Gebäudebereich, wenn ein hoher Nachholbedarf bei der energetischen Sanierung besteht.

siehe auch: Contracting

 

Energiesparen

Unter Energiesparen versteht man Maßnahmen, die den Energieverbrauch vermindern. Dabei gibt es für den energiebewussten Verbraucher eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Einsparung, ohne auf Komfort verzichten zu müssen: Beispielsweise durch Absenken der Raumtemperatur über Nacht oder indem man unnötigen Verbrauch (Stand-by) vermeidet. Energiesparen kann man des Weiteren auch durch eine Verbesserung der Nutzungsgrade von Geräten und Anlagen sowie durch Energierückgewinnung und Reduzieren des Nutzenergiebedarfs (Beispiel: Gebäudedämmung) oder durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme.

siehe auch: Stand-by

 

 

Energiesparlampe

Energiesparlampen - auch Kompakt-Leuchtstofflampen genannt - verbrauchen rund 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühlampen bei gleicher Lichtausbeute. Eine Energiesparlampe mit 15 Watt entspricht in der Leuchtkraft einer herkömmlichen Glühlampe von 75 Watt. Energiesparlampen haben darüber hinaus eine zirka achtmal längere Lebensdauer. Sie sind in der Regel mit einem eingebauten Vorschaltgerät und einem Schraubsockel, der dem Sockel "normaler" Glühbirnen entspricht, ausgestattet. Besonders wirtschaftlich einsetzbar sind Energiesparlampen dort, wo Lampen lange in Betrieb sind.

 

Energieverbrauch

In Deutschland werden pro Jahr zirka 14.200 Petajoule an Primärenergie verbraucht, davon sind über 80 Prozent fossile Energieträger. Die privaten Haushalte sind beim Endenergieverbrauch mit fast 29 Prozent Spitzenreiter, dicht gefolgt vom Verkehr mit zirka 28 Prozent sowie der Industrie mit rund 27 Prozent. An vierter Stelle liegen mit zirka 16 Prozent Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.

siehe auch: Primärenergie, fossile Energieträger

 

Erdwärme

siehe: Geothermie

 

 

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien - auch regenerative oder alternative Energien genannt - sind Energieträger/-quellen, die sich ständig erneuern bzw. nachwachsen und somit nach menschlichem Ermessen unerschöpflich sind. Hierzu zählen: Sonnenenergie (mit den indirekten Formen Biomasse, Wasserkraft, Windenergie, Umgebungswärme etc.) sowie Erdwärme (Geothermie) und Gezeitenenergie.

siehe auch: Biomasse, Wasserkraft, Windenergie, Erdwärme

 

European Energy Exchange (EEX)

siehe: Strombörse

 

 

Fensterabdichtung

Viel Energie geht verloren, wenn Fenster oder Türen undicht sind. Dichtungsbänder und -profile, mit denen sich Fenster und Türen nachträglich relativ einfach abdichten lassen, können hier zur Energieeinsparung beitragen.

 

Förderprogramme

Eine Übersicht über die zahlreichen Förderprogramme im Bereich Energie gibt das BMWi in der Web-Rubrik "Energiepolitik" (Service/Förderprogramme), detaillierte Informationen zu allen Programmen von Bund, Ländern und EU sind aus der Förderdatenbank abrufbar.

Umfassende Informationen über bestehende Förderprogramme bietet auch der

BINE-Informationsdienst
Fachinformationszentrum Karlsruhe - Büro Bonn
Mechenstraße 57
53129 Bonn
Telefon: 0228/ 92 37 9-0
Telefax: 0228/ 92 37 9-29
Internet: bine.fiz-karlsruhe.de

Auskunft über das Förderprogramm Energieforschung und Energietechnologien erteilt des Weiteren der Projektträger Jülich unter folgender Anschrift:

Forschungszentrum Jülich GmbH
Projektträger Jülich (PtJ)
52425 Jülich
Telefon: 02461/ 61-38 83 oder -32 66
Telefax: 02461/ 61 28 80
Internet: www.fz-juelich.de/ptj

Informationen über Fördermaßnahmen enthalten auch die Broschüren "Jetzt erneuerbare Energien nutzen" sowie "Wirtschaftliche Förderung". Sie sind erhältlich beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Postfach 30 02 65
53182 Bonn
Fax: 0228/ 42 34-4 62
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Fossile Energieträger

Fossile Energien decken zu 85 % den weltweiten Energiebedarf. Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle; sie entstanden vor Jahrmillionen bei der Zersetzung abgestorbener Pflanzen und Tiere unter Sauerstoffabschluss, hohen Temperaturen sowie unter dem Druck darüber liegender Gesteinsschichten. Grenzen für die Nutzung fossiler Energieträger ergeben sich - je nach Technologieeinsatz und Entwicklung des technischen Fortschritts - aus den unterschiedlichen Ressourcenverfügbarkeiten sowie aus deren Umwelt- und Klimaverträglichkeit. Bei der Verbrennung bzw. Umwandlung der fossilen Brennstoffe wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, das wesentlich zur Klimabelastung beitragen soll.

siehe auch: Kohlendioxid

 

 

Geothermie (Erdwärme)

Bei der Geothermie wird die im Erdinneren entstehende und gespeicherte Wärmeenergie als Energiequelle genutzt; im Mittel steigt die Temperatur um 3 Grad C pro 100 m Tiefe. Während die oberflächennahe Wärme durch Wärmepumpen genutzt wird, lohnen sich Anlagen zur direkten Nutzung der tieferen Erdwärme vor allem in Gegenden mit besonders günstigen geologischen Voraussetzungen wie z. B. heißen Tiefenwässern. Bei den geothermischen Vorkommen in Deutschland handelt es sich um Thermalwasser mit Temperaturen zwischen 40 und 100 Grad C, das aus tiefliegenden Erdschichten (1.000 bis 2.500 m) entnommen wird. Grundsätzlich kann das heiße Wasser zu Heizzwecken - je nach Wasserqualität auch direkt für Bäder und Gewächshäuser - eingesetzt werden. In größeren Tiefen (ab 5.000 m) kann Dampf bei ausreichend hohen Temperaturen zur Stromerzeugung gewonnen werden (sog. Hot-Dry-Rock-Technik). Neben den etablierten Erdwärmesonden mit Wärmepumpen wird die wirtschaftliche Nutzung in Deutschland durch die vergleichsweise ungünstigen geothermischen Verhältnisse und die hohen Investitionskosten behindert.

 

 

Immission

Als Immissionen bezeichnet man die Einwirkung von Emissionen (Luftverschmutzungen, Geräuschen usw.) auf Boden, Wasser, Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachgüter. Messgröße ist z. B. die jeweilige Konzentration eines Schadstoffes pro Quadratmeter Fläche oder pro Kubikmeter Luft.

siehe auch: Emission

 

Isolieren

siehe: Wärmedämmung, Fensterabdichtung

 

Joule (J)

Seit dem 1. Januar 1978 ist Joule (J; 1J=1 Wattsekunde) die internationale Maßeinheit für Energie - benannt nach dem englischen Physiker James Prescott Joule (1818-1889). Die Maßeinheit Joule hat die früher geläufige Einheit Kilokalorie (kcal) ersetzt.

Umrechnung: 1 kJ=0,239 kcal.

 

Katalysator

Der Katalysator beeinflusst eine Stoffumwandlung, ohne sich selbst dabei zu verändern. Kraftfahrzeugkatalysatoren wandeln im Optimalfall die Schadstoffe Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickstoffoxide in unschädliche Stoffe um. Wirkungsweise und Lebensdauer können durch bestimmte Stoffe, sogenannte Katalysatorgifte, beeinträchtigt werden.

siehe auch: Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickstoffoxide

 

Klimarahmenkonvention

Ein wichtiger Bestandteil der Klimaschutzpolitik ist die Klimarahmenkonvention, die im Sommer 1992 in Rio de Janeiro von mehr als 150 Staaten gezeichnet wurde und im März 1994 in Kraft trat. Ziel der Konvention ist eine Stabilisierung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre.

Auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz zur Klimakonvention wurde Ende 1997 das Kyoto-Protokoll verabschiedet, in welchem erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Reduktionsverpflichtungen für die Industrieländer festgelegt wurden. Demnach sind die Industrieländer insgesamt dazu verpflichtet, die Emissionen der im Protokoll festgelegten sechs Treibhausgase um mindestens fünf Prozent bis zum Zeitraum 2008-2012 gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren. Die Europäische Gemeinschaft hat sich in Kyoto eine Minderung von 8 Prozent zum Ziel gesetzt; im Rahmen der EU-internen Lastenteilung ist Deutschland zur Senkung der sechs Kyoto-Gase um 21 Prozent verpflichtet. Im Vorfeld des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im August/ September 2002 haben die EU-Staaten das Kyoto-Protokoll ratifiziert. Am 16. Februar 2005 ist das Kyoto-Protokoll in Kraft treten.

siehe auch: Atmosphäre

 

Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid ist heute in den Mittelpunkt der energiebedingten Emissionen gerückt; es entsteht bei jeder Verbrennung und ggf. Umwandlung fossiler Stoffe wie Kohle, Erdgas und Erdöl. Seine Freisetzung kann nur durch aufwändige Abtrennverfahren und Speicherung vermieden werden. Kohlendioxid gehört zu den Spurengasen in der Atmosphäre, die die Eigenschaft haben, für langwellige Wärmestrahlen "undurchlässig" zu sein; daher gilt es in der Klimaforschung als Hauptverursacher des Treibhauseffekts.

siehe auch: Atmosphäre, Treibhauseffekt

 

 

Kohlenmonoxid (CO)

Kohlenmonoxid ist ein reiz-, farb- und geruchloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht - vorwiegend bei schlecht arbeitenden Feuerungen mit festen Brennstoffen, aber auch bei Öl- und Gaskesseln. Eingeatmetes CO vermindert das Sauerstoff-Aufnahmevermögen des Blutes und ist daher für den Menschen außerordentlich gefährlich, ab einer bestimmten Konzentration sogar tödlich. Vor allem Kraftfahrzeuge emittieren Kohlenmonoxid - immerhin fast die Hälfte der im Jahr 2004 in Deutschland emittierten 4.095 Kilotonnen ging auf Kosten des Straßenverkehrs. Doch der Trend geht insgesamt deutlich nach unten: So sind bis 2004 trotz des erheblichen Verkehrswachstums in Deutschland die Kohlenmonoxid -Emissionen im Straßenverkehr gegenüber 1990um 74 Prozent zurückgegangen. Die Gründe für diese Entwicklung sind u. a. die Einführung des geregelten Drei-Wege- Katalysators, die erhebliche Verbesserung der Nutzfahrzeuge sowie die abnehmende Zahl der stark umweltbelastenden Zwei-Takt-Fahrzeuge.

siehe auch: Katalysator

 

Kohlenstoff (C)

Kohlenstoff ist ein nicht-metallisches chemisches Element, das rein als Diamant, Graphit, Ruß, Kohle oder in Form von Verbindungen wie Erdöl oder Erdgas, aber auch als einer der wichtigsten Bausteine von lebenden Organismen jeder Art auftritt. Kohlenstoff kann sich mit fast allen Elementen verbinden - insbesondere mit Wasserstoff (Kohlenwasserstoffe) und Sauerstoff (Kohlenmonoxid, Kohlendioxid).

 

 

Kohlenwasserstoff (CxHy)

Kohlenwasserstoffe sind organische Verbindungen, die aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen und bei Verbrennungsprozessen Energie freisetzen. Beispiele sind Gase wie Methan, Flüssigkeiten wie Erdöl und Benzin sowie Feststoffe wie Paraffin.

 

Kompakt-Leuchtstofflampe

siehe auch: Energiesparlampe

 

Konzessionsabgabe

Energieversorger, die Stromleitungen zu den Endverbrauchern verlegen und betreiben wollen, müssen hierfür an die jeweiligen Städte und Gemeinden Gebühren zahlen - so genannte Konzessionsabgaben. Besaß bislang nur der örtliche Stromversorger - wie z. B. die Stadtwerke - das alleinige Leitungsnutzungsrecht, so haben nun im liberalisierten Strommarkt alle Stromanbieter das Recht auf Durchleitung. Den hierfür an die Gemeinde zu entrichtenden Betrag schlägt der Versorger auf das Durchleitungsentgelt auf.

 

Kraftstoffverbrauch

Der Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren wie Wirkungsgrad des Antriebes, Luft- und Rollwiderstand, Gesamtgewicht des Fahrzeuges, Zusatzausstattungen - wie beispielsweise Klimaanlage oder heizbare Heckscheibe - sowie nicht zuletzt auch Fahrweise und -geschwindigkeit.

 

 

Kraft-Wärme-Kopplung

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden elektrische Energie und Wärme in einem gemeinsamen Prozess erzeugt. Mit der KWK wird beispielsweise in einem Blockheizkraftwerk ein höherer thermischer Wirkungsgrad erreicht als bei der ausschließlichen Stromerzeugung.

siehe auch: Blockheizkraftwerk, Wirkungsgrad

 

k-Wert

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Wärmedämmung immer wieder auftaucht, ist der so genannte "Wärmedurchgangs-Koeffizient". Der k-Wert gibt an, wie viel Wärmeenergie durch einen Quadratmeter eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin (= ein Grad Celsius) zwischen Innen- und Außenseite dringt. Der k-Wert wird in Watt pro Quadratmeter und Grad gemessen; je niedriger er ist, desto besser die Wärmedämmung!

siehe auch: Wärmedämmung

Leerlaufverluste

siehe: Stand-by

 

Maßeinheiten

Für die einzelnen Energieträger gelten verschiedene Maßeinheiten: Öl wird in Litern, Barrels (=159 l), Kubikmetern (m3) oder Tonnen gemessen, Kohle in Tonnen, Gas in Kubikmetern (m3 ) und elektrische Energie in Kilowattstunden (kWh). Gemeinsame Maßeinheiten sind seit dem 1.Januar 1978 die Einheit Joule sowie die Einheit Kilowattstunde.

siehe auch: Joule

Definierte Einheiten für Energie und Leistung sind:
• Joule (J): Energie, Arbeit, Wärmemenge
• 1 Joule (J)= 1 Wattsekunde (Ws)
• Watt (W): Leistung, Energiestrom, Wärmestrom
• 1 Kilowattstunde entspricht 3.600 kJ

 

Niedertemperatur-Heizflächen

Niedertemperatur-Heizflächen arbeiten mit Vorlauftemperaturen unter 55 Grad C. Durch das niedrigere Temperaturniveau treten bei der Verteilung der Wärme geringere Wärmeverluste auf. Um trotz der niedrigeren Vorlauftemperaturen die Wohnungen ausreichend wärmen zu können, müssen großflächige Heizkörper, Fußboden- oder Wandheizungen verwendet werden. Große Heizflächen sorgen zudem für ein angenehmeres Raumklima. Brennwertkessel (Brennwertheizung) erzielen mit Niedertemperatur-Heizflächen hohe Wirkungsgrade.

siehe auch: Brennwertheizung

 

Niedrigenergiehaus

Niedrigenergie-Einfamilienhäuser haben einen Jahresheizwärmebedarf, der mindestens 25 Prozent unter den Anforderungen der geltenden Wärmeschutzverordnung liegt. Wichtigstes Merkmal eines Niedrigenergiehauses ist die gute Wärmedämmung von Außenwänden, Fenstern, Dächern, Kellerwänden und Kellerdecken. Beim Bau achtet man zudem auf die Optimierung des Verhältnisses Außenfläche/Nutzvolumen, optimierte Heizungsanlagen, energiesparende Warmwasserbereitung und die Vermeidung unnötigen Stromverbrauchs. Mit der geplanten Energieeinspar-Verordnung soll der Niedrigenergiestandard beim Neubau allgemein verbindlich werden.

siehe auch: Wärmedämmung

 

Nutzenergie

Nutzenergie ist die Energie, die nach der letzten Umsetzung in den Geräten des Verbrauchers zur Verfügung steht: zum Beispiel Raumwärme, die Vorwärtsbewegung des Autos oder die Arbeitsleistung eines Staubsaugers. Durchschnittlich wird aufgrund der hohen Umwandlungs- und Verteilungsverluste nur rund ein Drittel der tatsächlich eingesetzten Primärenergie genutzt.

siehe auch: Primärenergie

 

 

Nutzungsgrad

Im Gegensatz zum Wirkungsgrad wird beim Nutzungsgrad das Verhältnis von gewonnener zu aufgewendeter Energie über einen bestimmten Zeitraum (z. B. ein Jahr) betrachtet.

 

 

Ökostrom-Labels

Drei dieser Siegel geben deutschen Verbrauchern Auskunft über die Qualitätsstandards von so genanntem Öko-Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird: Das Grüne Stromlabel vom Verein Grüner Strom Label e.V., in dem sich einige Umwelt- und Verbraucherverbände zusammengeschlossen haben, des Weiteren ein spezielles TÜV-Zertifikat der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV 1303) sowie das Prüfzeichen ok-power des Vereins EnergieVision.

Grüner Strom Label e.V.  [www.eurosolar.org]
EnergieVision e.V. ok-power  [www.energie-vision.de]

 

 

Passive Sonnenenergienutzung

Passiv nennt man die Nutzung der Sonnenenergie, wenn keine technischen Umwandlungsprozesse erforderlich sind. Ein Haus nutzt durch Fenster bzw. Wintergarten die Sonnenenergie passiv. Als aktive Nutzung bezeichnet man jene Systeme, die Sonnenlicht mittels Sonnenkollektoren in Wärme (Solarthermie-Anlagen) oder durch Solarzellen in Strom (Photovoltaik-Anlagen) umwandeln.

siehe auch: aktive Sonnenenergienutzung, Solarthermie-Anlagen, Photovoltaik-Anlagen

 

 

Passivhaus

In einem so genannten Passivhaus ist der Wärmebedarf so weit verringert, dass die Energiebeiträge aus der eingestrahlten Sonnenenergie, der Eigenwärme der Personen im Haus sowie der Wärmeabgabe von Geräten - in Verbindung mit einer hoch effizienten Wärmerückgewinnung durch ein Lüftungssystem - ausreichen, um das Gebäude warm zu halten. Voraussetzung hierfür sind u. a. eine qualitativ hochwertige Gebäudehülle sowie Gebäudetechnik. Der verbleibende geringfügige Heizwärmebedarf kann beispielsweise durch gespeicherte Sonnenwärme gedeckt werden. Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses.

siehe auch: Niedrigenergiehaus

 

 

Photovoltaik (PV)

Photovoltaik ist die unmittelbare Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie mit Hilfe von Solarzellen. Durch absorbiertes Licht werden in diesen Solarzellen, die zumeist aus dem Halbleitermaterial Silizium bestehen, freie Ladungen erzeugt; diese bewirken an der Zelle eine elektrische Spannung, so dass Gleichstrom durch ein angeschlossenes Gerät fließt. Die PV, die dem Verbraucher durch Solartaschenrechner oder Solaruhren bereits lange bekannt ist, kann auch für die Stromversorgung privater Haushalte eingesetzt werden. Die Photovoltaik erlebte während der letzten Jahre in Deutschland einen deutlichen Aufwärtstrend - zum einen aufgrund besonders günstiger Regelungen bei der Vergütung für eingespeisten Überschussstrom sowie sonstiger finanzieller Förderung durch die öffentliche Hand und verschiedene Energieversorgungsunternehmen. Dennoch bleibt ihr Beitrag zur Stromversorgung mit einem Anteil von derzeit weniger als 2 Promille verschwindend gering.

 

 

Primärenergie

Primärenergie ist der rechnerisch nutzbare Energiegehalt all jener Energieträger, die in der Natur vorkommen und noch keiner Umwandlung unterworfen sind. Hierzu zählen fossile Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas und erneuerbare Energien (Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme und Gezeitenenergie). In Deutschland ist Mineralöl im Jahr 2005 mit 36 Prozent der wichtigste Energieträger - gefolgt von Gas (23 Prozent), Steinkohle (13 Prozent), Kernenergie (13 Prozent) und Braunkohle (11 Prozent). Die erneuerbaren Energieträger decken rund vier Prozent des Primärenergieverbrauchs.

 

 

Raumtemperatur / Raumklima

Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart bis zu zirka sechs Prozent Heizenergie. Wer also die Raumtemperatur z. B. von 23 Grad C auf 20 Grad C absenkt, kann den Energieverbrauch um bis zu 18 Prozent Energie reduzieren.

 

 

Regenerative Energien

siehe auch: Erneuerbare Energien

 

 

Sekundärenergie

Sekundärenergie ist die Energie, die als Ergebnis eines Umwandlungsprozesses und unter Energieverlust aus der Primärenergie gewonnen wird. Sekundärenergie gibt es entweder in Form leitungsgebundener Energie wie Strom, Fernwärme und Stadtgas oder in Form von Veredelungsprodukten wie Benzin, Heizöl, Koks, Briketts oder auch Wasserstoff.

siehe auch: Primärenergie

 

 

Solaranlage

Solaranlagen sind Einrichtungen, die die Sonnenstrahlung nutzen; sie setzen sich aus Solarmodulen, die ihrerseits wiederum aus mehreren Solarzellen bestehen, zusammen. Man unterscheidet folgende Systeme: Sonnenkollektor, Absorber (Wärme), Solarzellen (Strom) und solarthermische Kraftwerke (Strom/Wärme).

siehe auch: Sonnenkollektor, Absorber, Solarzellen, solarthermische Kraftwerke

 

 

Solarthermie

Bei der Solarthermie wird die Sonnenenergie zur Brauchwassererwärmung und/oder Heizungsunterstützung beziehungsweise zur Strom- oder Prozesswärmeerzeugung genutzt (Sonnenkollektor, solarthermische Kraftwerke).

siehe auch: Sonnenkollektor, solarthermische Kraftwerke

 

 

Solarthermische Kraftwerke

In solarthermischen Kraftwerken wird Sonnenwärme in elektrische Energie und/oder Prozesswärme umgewandelt. Das Funktionsprinzip: Durch Konzentration der Sonnenstrahlung - z. B. mit Brennspiegeln - wird Wärme und damit Dampf erzeugt, der wiederum eine Turbine mit Generator zur Stromerzeugung antreibt.

 

 

Solarzellen

Solarzellen wandeln Licht direkt in elektrischen Strom um; dies nennt man photovoltaischen Effekt (Photovoltaik). Solarzellen bestehen zumeist aus Silizium, das aus Quarzsand gewonnen wird.

siehe auch: Photovoltaik

 

 

Sonnenkollektor

Sonnenkollektoren wandeln die Sonnenenergie (Strahlungsenergie) in Wärmeenergie um (z. B. für Wasser zum Duschen oder für die Raumheizung). Die Wärmeverluste des Sonnenenergiesammlers werden vermindert durch einfache oder mehrfache Glasabdeckung und durch Wärmedämmung der Rückseite. Bei einfachen Systemen kann auf das Prinzip der "Wärmefalle" verzichtet werden; man spricht dann von Solarabsorbern. Schwimmbäder lassen sich auf diese Weise bereits wirtschaftlich rentabel beheizen.

siehe auch: Wärmedämmung

 

 

Stand-by

Bei längeren Pausen sollten elektrische/elektronische Geräte (z. B. Fernsehgeräte, Videorekorder, PC, Drucker) immer ganz ausgeschaltet werden. Denn: Die Bereitschaftsschaltung (Stand-by) erhöht nicht nur die Gefahr eines Gerätebrandes, sondern verbraucht auch unnötig Energie. So belaufen sich die Kosten derartiger unnötiger Leerlaufverluste in einem durchschnittlichen Haushalt pro Jahr auf 60 & euro;. Bei vielen Geräten genügt zum Ausschalten nicht das Betätigen des Aus-Schalters, um sie völlig vom Netz zu trennen. Dann hilft nur das Ziehen des Steckers oder der Anschluss des Gerätes über eine schaltbare Steckdose.

 

 

Stickoxid (NOX)

Stickoxide entstehen bei der Verbrennung in Heizkesseln und Motoren aus dem in der Verbrennungsluft vorhandenen Stickstoff bei hohen Temperaturen durch Oxidation. Zu den Stickoxiden gehören sowohl das Stickstoffmonoxid (NO) als auch das Stickstoffdioxid (NO2). Stickoxide zählen zu den Ursachen für den "sauren Regen". Erhöhte NO2-Konzentrationen können zu Atemwegserkrankungen führen.

 

 

Stromeinspeisungsvergütung

Die Stromeinspeisungsvergütung garantiert den privaten Betreibern von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien eine gesetzlich geregelte Vergütung für die Einspeisung des von ihnen erzeugten Stroms in öffentliche Stromnetze.

 

 

Strombörse

Mit der Liberalisierung des Strommarktes ist Strom zur Handelsware geworden; sein Preis wird auch an Strombörsen - ähnlich wie bei der Wertpapierbörse - durch Angebot und Nachfrage geregelt. Im Jahr 2000 ist hierzulande für zwei Strombörsen der Startschuss gefallen: Die Leipzig Power Exchange (LPX) und in Frankfurt am Main die European Energy Exchange (EEX). Die beiden Börsen fusionierten zum 1. Januar 2002 zur (neuen) EEX mit Standort Leipzig.

Leipzig Power Exchange  [www.lpx.de]
European Energy Exchange  [www.eex.de]


 

Treibhauseffekt

Klimawirksame Spurengase in der Atmosphäre lassen die kurzwellige Sonnenstrahlung nahezu ungehindert zur Erde passieren, halten aber einen Großteil der langwelligen Wärme-Rückstrahlung auf der Erdoberfläche zurück. Im natürlichen Gleichgewicht zwischen Ein- und Abstrahlung bewirkt der natürliche Treibhauseffekt eine Durchschnittstemperatur auf der Erde von plus 15 Grad Celsius; diese läge ohne Treibhauseffekt bei zirka minus 18 Grad Celsius. Die zunehmende Emission von klimawirksamen Spurengasen bei der Nutzung fossiler Energien führt zu einer vom Menschen verursachten Temperaturerhöhung.

siehe auch: Atmosphäre


Energieberatung / Energieberatungsstellen
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. [www.vzbv.de]

 

 

Verbrauchsspitzen

Der Stromverbrauch ist nicht gleichmäßig über den Tag verteilt: Verbrauchsspitzen treten beispielsweise in Haushalten vormittags zwischen sechs und zehn sowie gegen zwölf Uhr mittags auf; besonders viel Strom wird auch abends zwischen 19 und 20 Uhr verbraucht. Also immer dann, wenn besonders viele Geräte wie Herd, Fernseher oder auch Computer in Betrieb sind und in vielen Räumen das Licht eingeschaltet ist. Ab 22 Uhr gehen die Verbrauchskurven zurück.

 

Wärmedämmung

Wärmedämmung ist der Oberbegriff für alle Maßnahmen, die Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung verringern. Neben der Isolierung von Fenster- und Türfugen kann die Wärmedämmung verbessert werden durch isolierverglaste Fenster sowie durch Dämmung von Außenwänden, Decken und Böden, Keller und Dach.

 

 

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind Maschinen, die der Luft, dem Wasser oder dem Erdreich Wärme entziehen, diese (mit Ausnahme von Absorptionswärmepumpen) über elektrisch oder verbrennungsmotorisch angetriebene Kompressoren von einem niedrigen Temperaturniveau auf ein höheres bringen und damit für Heizzwecke und Warmwasserbereitung nutzbar machen.

 

Wasserkraft

Wasserkraft ist ein im Wesentlichen erneuerbarer Energieträger und leistet in Deutschland einen erheblichen Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. In einem Wasserkraftwerk strömt Wasser durch eine oder mehrere Turbinen, die einen Generator antreiben; dieser erzeugt Strom. Weltweit liegt der Anteil an der Stromerzeugung aus Wasserkraft bei über 20 Prozent mit hohem Ausbaupotenzial; in Deutschland hingegen beträgt dieser Wert lediglich vier Prozent, wobei das Potenzial bereits zu 80 Prozent ausgeschöpft ist.

siehe auch: Erneuerbare Energien

 

 

Wasserstoff

Wasserstoff ist ein brennbares Gas mit hohem Energiegehalt, das heute für die chemische Industrie aus fossilen Primärenergien (Erdgas) unter CO2-Freisetzung hergestellt wird. Im Energiebereich kommt er als Sekundär-Energieträger in Betracht, insbesondere bei CO2-freier Herstellung mittels Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Biomasse. Die Nutzung kann beispielsweise in Brennstoffzellen zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie in Fahrzeugen zum Antrieb erfolgen. Offen sind insbesondere die wirtschaftliche und verlustarme Herstellung in relevanten Mengen, die großflächige Versorgung sowie die Speicherung der notwendigen Mengen in Fahrzeugen.

siehe auch: Brennstoffzellen, Sekundärenergie

 

Windenergie

Die im Wind enthaltene mechanische Energie kann in Windkraftanlagen zur Stromerzeugung und zum Antrieb von Maschinen genutzt werden. Windenergie ist mit einem Beitrag von gut vier Prozent an der Bruttostromerzeugung derzeit die wichtigste erneuerbare Energiequelle in der Stromerzeugung. Um die Stromversorgung insgesamt sicherzustellen, sind aber weiterhin die konventionellen Kraftwerke notwendig.

 

 

Windkraftanlagen

Windkraftanlagen (WKA), Windenergieanlagen (WEA) und Windenergiekonverter (WEK) sind Anlagen zur Umwandlung von Windenergie in elektrische Energie. Die Leistungen bei Windkraftanlagen haben sich in den letzten Jahren sehr stark erhöht. Die weltweit größte Anlage mit einer Leistung von 4,5 Megawatt wurde 2002 in Deutschland in Betrieb genommen.

 

 

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung bei der Energieumwandlung. Er ist ein Maß für die Energieeffizienz und für den notwendigen Ressourceneinsatz. Dabei muss unterschieden werden zwischen dem elektrischen Wirkungsgrad, der nur die Stromerzeugung berücksichtigt, dem thermischen Wirkungsgrad bei der Wärmeumwandlung und dem Gesamt-Wirkungsgrad. Typische heute technisch erreichte Wirkungsgrade sind: Photovoltaik 10 %, Kohlekraftwerke 45 %, Brennstoffzelle 30-55 %, Gaskraftwerke 60 %, Blockheizkraftwerke 70-85%, Dieselmotor 30 %, Benzinmotor 25 %. Die Erhöhung der Wirkungsgrade ist ein wesentliches Ziel der Energieforschung